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Deutsche Serien waren schon vor 50 Jahren beliebt

Deutsche Serien aus vergangenen Tagen haben heute Kultcharakter. Science Fiction oder Krimis, Familienserien oder Kindersendungen: Modernes Fernsehen wäre ohne seine Wegbereiter gar nicht denkbar.

Deutsche Serien gehören bereits seit über einem halben Jahrhundert zur abendlichen Unterhaltung. Von der Familien- bis zur Krimiserie wurden und werden lustige, spannende und traurige Folgen für das Fernsehen produziert.

Hinsichtlich Inhalt und Qualität hat sich in den vergangenen Jahrzehnten jedoch einiges geändert. Mitte der 50er bis hinein in die sechziger Jahre herrschten meist alltägliche Themen wie Konflikte in der Familie, Nachbarschaftsstreit oder Probleme im Berufsleben vor. Heute spielen Intrigen und Kriminalität selbst in Familienserien eine weitaus größere Rolle. Spannung halten heißt die Devise, wenn die Schlussszenen das Ende einer Folge ankündigen.

Auch heißen die Folgen im Vorabendprogramm nicht mehr Serie sondern Daily Soap oder Telenovela. Nach US-Vorbild und nach brasilianischem Muster werden heute meist jugendliche Haupthelden in ihrer Umgebung gezeigt, die die Herausforderungen des Lebens meistern. In der Regel erschweren dabei ein oder zwei böse Intriganten das Dasein der Hauptdarsteller, mit denen sich das Publikum möglichst identifizieren soll. Auch das Alter der Zuschauer der deutschen Serien hat sich erheblich verjüngt. Verfolgten noch vor 50 Jahren Eltern und Großeltern das Schicksal der Familien in Nachkriegsdeutschland, versammeln sich heutzutage junge Leute unter 20 Jahren vor dem Fernseher, wenn es gilt, der Hauptheldin bei der Wandlung von der grauen Maus zum Musikstar zuzusehen.

Früher gab es in Deutschland lediglich zwei öffentlich rechtliche Sendeanstalten. Die Zahl an Livesendungen, Nachrichten, Krimis und Serien war überschaubar und es bestand kaum Konkurrenz der Sender untereinander. Seit den späten achtziger Jahren boomt der Markt der Privatsender , es gibt wesentlich mehr deutsche Serien. Da Privatsender von den Werbeeinnahmen abhängig sind, wird für bestimmte Alternszielgruppen produziert, die statistisch über das meiste Geld verfügen. Folglich sind die Themen auf diese Zielgruppen zugeschnitten, was sich auf die Sendungen während der so genannten Prime Time von 20 bis 22 Uhr auswirkt. Dabei haben spannende und witzige Unterhaltungssendungen Priorität.

20.04.2010