Was tun, wenn Kommunion Geschenke Neid verursachen?
Wenn Kinder in der Kirche zur ersten heiligen Kommunion gebeten werden, veranstalten die Eltern zu ihren Ehren eine große Feier, bei der die Kinder mit unzähligen Geschenken überhäuft werden.
Für kleinere Geschwister ist es oft unbegreiflich, warum ein Kind so viele Geschenke erhält und es selbst nichts. Da die Erstkommunion meistens mit etwa neun Jahren gefeiert wird, sind jüngere Geschwister oft noch nicht in dem Alter, in dem sie verstehen, warum sie selbst sich an diesem Tag zurückhalten müssen. Sie reagieren mit Neid und Missgunst auf den Geschenke-Segen der Geschwister. Diese Reaktionen darf man nun aber nicht strafen, sondern man muss verständnisvoll auf die Kleinen eingehen und versuchen, ihnen die Situation zu erklären. Hilfreich kann es auch sein, wenn die Kleinen ebenfalls von dem Geschenke-Segen profitieren. Damit ist nicht gesagt, dass auch sie Geschenke erhalten müssen. Manche Gäste sind dennoch so rücksichtsvoll, eine zusätzliche Kleinigkeit für die Geschwister mitzubringen. Es reicht, wenn den Kleinen an diesem Tag eine besondere Aufmerksamkeit zugedacht wird.
Wenn die Geschwister zusammen die Geschenke an der Türe annehmen, können sich auch die Kleinen wichtig fühlen. In vielen Orten ist es üblich, dass die Überbringer der Geschenke ebenfalls eine Kleinigkeit, wie einen Schokoriegel, erhalten. Bei dieser Aufgabe können auch die kleinen Geschwister behilflich sein. Beim Auspacken müssen die Geschenkbänder sortiert und das Papier zusammen gefaltet werden. Dass am Ende die Geschenke alle dem Kommunionkind gehören sollen, stört die Kleinen meist nicht mehr, wenn der eigentliche Spaß an den Geschenken geteilt wird.
Wenn der Neid über Geschenke bei Freunden aufkommt, ist es wichtig, mit den Kindern über Religion zu sprechen. Wenn das eigene Kind nicht mit christlichem Hintergrund aufwächst und sich beschwert, dass es nicht zur Kommunion darf, weil es gerne die vielen Geschenke hätte, muss man ihm erklären können, dass es bei der Kommunion nicht um Geschenke geht. Neid sollte nicht die Antriebsfeder sein, sich einer Religionsgemeinschaft anzuschließen. In Schulen, in denen viele Kulturen vertreten sind, ist dies relativ einfach. Einem Neunjährigen, der als einziger in der Klasse nicht katholisch getauft ist, dies zu erklären ist dagegen schon schwieriger.
09.07.2010