Die Medizin betrachtet Alkoholismus als Krankheit
Oftmals dauert es viele Jahre, bis sich ein regelmäßiger Alkoholkonsum in Form einer Krankheit auswirkt. Die sowohl physische als auch psychische Abhängigkeit hat verheerende Folgen für die Betroffenen und ihr Umfeld.
Alkoholismus versteht sich als Krankheit und wird seit dem Jahre 1968 auch als solche anerkannt. Niemand wird von heute auf morgen alkoholkrank und der Weg dort hin bedeutet oftmals einen jahrelangen Prozess, welcher sich in verschiedene Phasen unterteilt.
In der ersten Phase wird Alkohol häufig und gerne konsumiert und dient oftmals als Stimmungsaufheller in schwierigen Situationen. Zu diesem Zeitpunkt liegt noch keine physische Abhängigkeit vor, aber die psychische Suchtkomponente hat bereits eingesetzt. Im weiteren Verlauf nimmt der Alkohol bereits wesentliche Bereiche des Alltags ein, und viele Betroffene beginnen bereits zu diesem Zeitpunkt, heimlich zu trinken. Die dritte Phase weist massive Veränderungen in der Persönlichkeitsstruktur auf und der Kranke verliert zunehmend die Kontrolle über seinen täglichen Alkoholkonsum. Sein Denken und Handeln sowie die Planung seiner Freizeit und Aktivitäten sind nun geprägt vom ständigen Gedanken an Alkohol und dessen Beschaffung. Eine starke Isolation von der Außenwelt lässt sich nun sehr häufig beobachten. Auch erste körperliche Erscheinungen wie Zittern, vermehrte Schweißbildung und Artikulationsstörungen treten in diesem Zeitraum auf. Nach Durchlaufen dieser drei Phasen beginnt die chronische Abhängigkeit, die sich sowohl psychisch als auch physisch äußert und den Alkoholismus als Krankheit auszeichnet. Jegliche alkoholische Getränke werden nun wahllos konsumiert, um den Körper ruhigzustellen. Ein beginnender sozialer Abstieg ist nun kaum zu verhindern, weil sich die alltäglichen beruflichen Verpflichtungen nicht mehr mit den Trinkgewohnheiten vereinbaren lassen.
Es gibt verschiedene Therapieformen, um die Sucht auf physischer und psychischer Abhängigkeitsebene zu bekämpfen. Statistisch betrachtet schaffen es 50 % aus der Sucht heraus und bleiben langfristig abstinent. Allerdings entspricht dieser Zustand keiner Heilung, denn alkoholkrank bleibt man sein Leben lang.
07.09.2010